Mit dem Energieausweis Nebenkosten einsparen

Bei Gefrier- und Kühlschränken gibt es die Klassifizierung nach Energieeffizienzklassen bereits seit langer Zeit. So steht die Note A für ein sehr sparsames Gerät, während G auf einen wahren Energiefresser hindeutet. Nun werden mit dem Energieausweis stufenweise auch für Häuser ähnliche Klassifizierungen eingeführt.

Was sich hinter dem Energiepass verbirgt

Der Energieausweis ist ein Gütesiegel für die Energieeffizienz von Gebäuden. Hiermit wird das Ziel verfolgt, im Gebäudebereich eine höhere Markttransparenz zu erzielen. Für neuere Gebäude ist dieser Ausweis seit Januar 2009 Pflicht. Für Nichtwohnimmobilien, wie etwa Verwaltungs- und Bürogebäude, galt als Stichtag der 01. Juli 2009.

Wer in seiner eigenen Immobilie wohnt, muss sich zunächst keinen Energieausweis zulegen. Dieser ist allerdings dann nötig, wenn das Haus vermietet oder verkauft werden soll. Bereits vor Abschluss des Miet- bzw. Kaufvertrages sollen Mieter und Käufer mit dem vorgelegten Ausweis abschätzen können, mit welchen Energiekosten zu rechnen ist. Mieter in bestehenden Mietverhältnissen haben jedoch grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Energieausweis.

Wer Besitzer einer Wohnimmobilie mit Baujahr vor 1966 ist, musste sich den Energieausweis bereits bis zum Juli 2008 zulegen. Den Energiebedarfsausweis erhalten Eigentümer für neuere Wohnimmobilien, die einen Bauantrag nach Februar 2002 haben, von dem jeweiligen Bauträger, Bauingenieur oder Architekten.

Verschiedene Arten von Energieausweisen

Längst nicht alle privaten Eigentümer, Kauf- und Mietinteressenten verstehen, dass es den vierseitigen Ausweis sowohl in Form eines Bedarfs-, wie auch eines Verbrauchausweises gibt. Weitere Personen, denen die Begrifflichkeiten nicht fremd sind, wissen oft nicht worin die Unterschiede liegen.

Ein verbrauchsorientierter Energiepass stellt auf die tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit ab. Dabei wird zur Einordnung der energetischen Qualität der Immobilie ein Energieverbrauchskennwert herangezogen, der den Energieverbrauch von drei aufeinanderfolgenden Jahren berücksichtigt. Hierbei spielt sowohl die zentrale Warmwasserbereitung (bei Nichtwohngebäuden zusätzlich Klimatisierung und Beleuchtung) wie auch die Beheizung eine wesentliche Rolle. Mit 20 bis 50 EUR ist die Ausfertigung dieses Passe recht günstig.

Im Falle des bedarfsorientierten Energieausweises wird anhand eines technischen Gutachtens der theoretische Energiebedarf einer Immobilie ermittelt. Demzufolge liegen der Beurteilung ausschließlich bauliche Aspekte wie Qualität der Dämmung und Fenster sowie die Art der Heizungsanlage zugrunde. Weil zur Erstellung dieses Passes die Hinzuziehung eines Sachverständigen erforderlich ist, werden zumeist mindestens 150 EUR berechnet.

Wer sich bis zum 01. Oktober 2008 einen Energieausweis anfertigen ließ, hatte grundsätzlich die Wahl zwischen beiden Varianten. Wohnimmobilien mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 errichtet wurden, müssen nun zwingend den bedarfsorientierten Energiepass beantragen. Gemäß EU-Gebäuderichtlinie (ENEV 2007) besitzt der Ausweis eine maximale Geltungsdauer von 10 Jahren. Im Falle von Sanierungsmaßnahmen sollte ein aktualisierter Energieausweis verlangt werden, der die höhere Effizienz berücksichtigt. Schließlich sorgen energieoptimierte Um- und Ausbauarbeiten für sinkende Heizkosten.

Akzeptanz und neue EnEV 2012

Die Bundesregierung verfolgt bis zum Jahr 2050 das Ziel, den Primärenergiebedarf um 80% zu reduzieren. Bis 2020 soll der Wärmebedarf nach dem Willen der Politik dagegen um 20% zurückgehen und der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40% gesenkt werden. Gleichzeitig soll bei der Stromerzeugung der Anteil erneuerbarer Energien auf 20% aufgestockt werden. Weil etwa 75% des deutschen Gebäudebestandes vor 1978 errichtet wurde, besteht ein enormes Einsparpotential.

Um die ehrgeizigen Ziele jedoch überhaupt erreichen zu können, müssen für Immobilienbesitzer sinnvolle Anreize zur technischen Modernisierung dieser Bestandsimmobilien geschaffen werden. Dieses Bestreben ist vor allem mit der Energie-Einsparverordnung und damit auch mit dem Energieausweis verbunden. Allerdings wurden bislang für die etwa 5,8 Mio. zu erstellenden Energieausweise lediglich ungefähr 1,87 Mio. Pässe ausgestellt. In vielen Fällen wird bei der Vermietung oder dem Verkauf einer Immobilie noch nicht einmal nach dem Ausweis gefragt. Somit muss davon ausgegangen werden, dass die Energieperformance keine wesentliche Rolle für die Miet- oder Kaufentscheidung spielt. Viele erkennen zudem den Sinn eines Energieausweises nicht, weshalb sie sich die Kosten für die Beantragung sparen.

Kritik am Energieausweis

Fachleute kritisieren den Aussagegehalt des Ausweises. So würde der verbrauchsorientierte Energiepass eher das Nutzerverhalten der Bewohner und weniger die Energieeffizienz berücksichtigen. Umgekehrt ist es im Falle des bedarfsorientierten Ausweises: Hier kann sich aufgrund des Nutzverhaltens ein deutlich abweichender Verbrauch ergeben. Durch die Novellierung der entsprechenden EU-Richtlinie muss die EnEV dieses Jahr angepasst und die Vorgaben in nationales Recht umgewandelt werden. Hierbei soll eine Kontrollinstanz eingerichtet werden, welche die Erstellung des Passes strenger prüft und Sanktionen konsequenter vollstreckt. Ferner sollen Modernisierungsmaßnahmen auf die Sinnhaftigkeit hin beurteilt werden. Der Energieausweis soll auch Wirtschaftlichkeit und Kosten solcher Maßnahmen berücksichtigen.

Der Energieausweis ist sicherlich ein sinnvolles Instrument, um die Energieeffizienz von Immobilien nachhaltig zu fördern. Allerdings ist einem Großteil der Bevölkerung der Unterschied zwischen den einzelnen Ausweisen wie auch der genaue Nutzen unklar. An dieser Stelle sollte über eine gezielte Informationspolitik Aufklärungsarbeit geleistet werden. Weil nicht wenige Eigentümer trotz entsprechender Vorgabe auf die Beantragung eines Ausweises verzichten, sollte die tatsächliche Umsetzung strenger kontrolliert werden.

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